Vitamin W - Folge 18 - Wertschätzung mit Profibergsteiger Alexander Huber

Shownotes

In dieser Folge von Vitamin W, dem Podcast für mehr Wertschätzung in der Arbeitswelt, begrüßen die Hosts Denis Buss und Dorothea Frommberger einen ganz besonderen Gast: Alexander Huber – Extremkletterer, Bergsteiger, Physiker und Buchautor – und Teil der legendären Huber Buam. Gemeinsam sprechen sie darüber, was wir vom Extrembergsteigen über den Umgang mit Angst, über gute Entscheidungen, Vertrauen und Kommunikation lernen können – und was sich davon auf Führung, Teams und eine zunehmend komplexe Arbeitswelt übertragen lässt.

Zu den Höhepunkten zählt Alexander Hubers überraschend positive Perspektive auf Angst als wertvollen Partner und Kompass: Angst ist für ihn nicht das Gegenteil von Mut, sondern eine wichtige Voraussetzung dafür, Risiken realistisch einzuschätzen und gute Entscheidungen zu treffen. Das Gespräch dreht sich außerdem um den Mut zum Umkehren und Neu-Entscheiden, um die richtige Balance zwischen Sicherheit und Herausforderung, um Reflexion und Kommunikation in unsicheren Situationen – und um die Frage, was ein gelungenes Leben eigentlich ausmacht.

Zum Abschluss reflektieren Denis und Doro, was Führungskräfte und Teams aus Alexanders Erfahrungen mitnehmen können.

Wirksamer Wandel braucht Wertschätzung! Denis und Doro sind Sparringspartner, Berater und Begleiter für wirksame Trans­formation zu mehr Wertschöpfung mit Wertschätzung. Dafür aktivieren sie Veränderungsenergie in Unternehmen, Teams und bei Menschen im Wandel - mit dem Podcast Vitamin W und mit Beratung und Workshops.

Vitamin W ist eine Eigenproduktion von Denis Buss und Dorothea Frommberger. Alle Infos zu Kontakt, Datenschutz und Rechtlichem finden sich auf der Seite http://vitamin-w.world. Danke an Martin Wagemann für den großartigen Schnitt dieser Podcast-Folge. Credits für die eingesetzte Musik im Podcast: MF-13759 "Poiz" Wer mehr über Alexander Huber erfahren will, der geht am besten über die Seite https://www.huberbuam.de.

Transkript anzeigen

00:00:04: Hallo und herzlich willkommen bei Vitamin W,

00:00:08: euren

00:00:08: Podcast für mehr Wertschätzung in der Arbeitswelt.

00:00:12: Schön dass ihr heute wieder dabei seid!

00:00:14: Ja schön das ihr eingeschaltet habt denn hier im Podcast sprechen wir über Wertschätzungen natürlich, über Führung, Transformationen und die Frage wie wir in einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt gesund und menschlich miteinander arbeiten können.

00:00:32: Bevor wir loslegen, stellen wir uns wie gefunden nochmal kurz vor.

00:00:36: Also ich bin Dennis und wenn ich nicht gerade hier vorm Mikrositze dann unterstütze ich Unternehmen dabei authentische Arbeitgebermarken aufzubauen und Menschen über gute Kommunikation miteinander zu verbinden.

00:00:51: Ja und ich bin Doro und begleite Unternehmen, Führungskräfte und Teams dabei Veränderungen, bewusst zu gestalten und dabei Orientierung zu finden.

00:01:02: Und auch eine Unternehmenskultur zu entwickeln in der Menschen ihr Potenzial wirklich entfalten können.

00:01:09: Heute haben wir in der Podcast-Folge wieder einen Gast.

00:01:12: Das ist ein Gast, der auf den ersten Blick vielleicht gar nicht in einem Podcast über Wertschätzung in der Arbeitswelt passt?

00:01:20: Ja genau denn es!

00:01:21: Denn unser Gast bewegt sich genau da wo die meisten von uns niemals freiwillig hingehen würden.

00:01:28: Alexander Huber gehört zu den bekanntesten Extrembergsteigern und Kletterern der Welt.

00:01:34: Und außerdem ist auch Buchautor, Physiker und Teil der legendären Huberbohnen.

00:01:40: Ja und als wir mit ihm gesprochen haben da wurde uns schnell klar dieses Gespräch handelt eigentlich gar nicht von Klettern oder Bergsteigen.

00:01:50: Es geht im Gespräch um den Umgang mit Angst

00:01:53: und um

00:01:54: gute Entscheidungen, um Vertrauen Um Kommunikation.

00:01:59: Ja, und auch um die Frage warum umkehren manchmal mutiger ist als durchziehen?

00:02:05: Genau!

00:02:06: Und wir sprechen eben auch darüber was Unternehmen und Führungskräfte und Teams vom Bergsteigen und Extremklettern lernen können weil ja auch im Arbeitsalltag sind wir ständig umgeben von Unsicherheit konfrontiert mit Widersprüchlichkeit und immer schneller werdenden Veränderungen.

00:02:27: Wir freuen uns auf jeden Fall jetzt sehr, auf dieses besondere Gespräch und sagen herzlich willkommen Alexander Huber.

00:02:35: Wir verbringen ein Großteil unseres Lebens damit Angst zu vermeiden und im Job soll ja am besten gar nicht vorkommen keine Fehler, keine Unsicherheiten und keine Zweifel statt dessen Kontrolle Pläne und Sicherheit.

00:02:47: Genau unser heutiger Gast macht so ziemlich genau das Gegenteil.

00:02:53: Alexander Huber ist einer der bekanntesten Extremkläter in der Welt.

00:02:57: Mehrfacher Speed-Rekordhalter, Teil der legendären Huberburen.

00:03:00: Du

00:03:01: bist außerdem Buchautor unter anderem des Buches Angst, mein bester Freund.

00:03:06: und Alexander bewegt sich freiwillig in Situationen, in denen ein einzelner Fehler bereits tödlich sein kann und er sagt, Angst ist nicht mein Problem, sie ist mein wichtigster Partner.

00:03:17: Und was wenn wir Angst vielleicht komplett falsch verstehen?

00:03:21: Was, wenn sie kein Störfaktor ist sondern Navigationssystem?

00:03:24: und was würde das für unsere Arbeitswelt bedeuten in der viele Menschen gerade zwischen Überforderung Komplexität und Zukunftsangst stehen.

00:03:32: Ja tatsächlich ist eben die Angst komplex stigmatisiert obwohl man wirklich sagen muss die Angst ist ein Kompass in unseren Leben.

00:03:40: Wir nehmen es einfach mal gegeben hin, dass unser Leben lebensgefährlich ist.

00:03:44: D.h.,

00:03:45: glaube wir werden sowieso irgendwann geboren und wenn wir in die Welt geboren sind dann werden wir auch von dieser Welt gehen müssen.

00:03:51: Zwischen haben wir aber sehr viel Gestaltungsspielraum.

00:03:54: Und je nachdem wie wir diesen Spielraum gestalten, haben wir eine Chance viele schwierige Situation zu überstehen und ein langes Leben zu haben oder ein gutes Leben zu habe – das kann ja ganz anders laufen!

00:04:07: Definitiv hält das Leben eine große Menge Probleme angefahren für uns bereit.

00:04:15: Und die Frage ist nur, wie gehen wir mit diesen Situationen um wenn Probleme auftauchen?

00:04:20: Wenn Gefahren auftauchten, haben wir natürlich auch die Folgestraustaktik wählen und einfach wegschauen.

00:04:27: Kopf in den Sand stecken und es ist einfach dem Zufall überlassen wie es dann laufen wird.

00:04:33: Das kann gerade im Berg natürlich extrem verteilt sein.

00:04:37: Gerade solche Haserdürre sind doch nie weitgekommen, die ganz bewusst diese Risiken ignorieren.

00:04:42: Oder eben auch die Risiken gar nicht wahrnehmen.

00:04:44: da ist es wirklich brandgefährlich.

00:04:47: Es ist definitiv ein Berg so dass die Angst vor der Gefahr... Die Gefahr ist ja immer da.

00:04:53: wenn der Berg steigert,

00:04:54: kann man immer

00:04:55: abstützen Dass die Angst von der Gefahre unsere Sinne schärft.

00:04:59: Sie macht uns wach sie macht uns konzentriert so dass wir maximal sicher durch diese Gefahrensituation in Durchkommen können.

00:05:09: Das ist eben die Quintessenz des vorhandenen Seins eines Problemes und einer Gefahr heißt noch nicht automatisch, dass wir irgendwie Schiffbrüche leiden oder wirklich existenzielle Probleme damit bekommen aber wenn wir gut reagieren dann können wir es so gestalten.

00:05:28: das wird durch diese Dinge durchkommen wenn wir der Sache in die Augen schauen.

00:05:35: Und jetzt kann man eben sagen, hier hängt Mut und Angst ganz eng zusammen.

00:05:41: oder das ist natürlich so was wie ein Geschwisterpaar.

00:05:45: weil ohne dass ich Angst vor einem Problem habe oder vor einer Gefahr kann ich auch gar nicht mutig sein dieses Problem zu überwinden oder der Gefahr zu beginnen.

00:05:57: Weil wenn ich keine Angst habe, weil ich die Gefahr gar nicht erkenne oder weil das Problem gar nichts sieht und kann ja gar nicht buntig sein.

00:06:03: Und so gesehen, Mut ist immer dieser positiv besetzte Begriff.

00:06:08: Angst ist der stigmatisierte negativ besetzten Begriff.

00:06:12: und doch ist es so ganz klar – Nicht nur am Werk wo es unsere wichtigste Lebensversicherung ist sondern auch im normalen Leben ist es immer gut, wenn man sich mit den Dingen auseinandersetzt, die einem Angst machen.

00:06:26: Ist die Angst etwas Positives?

00:06:29: Das ist wirklich unser Partner im Leben.

00:06:33: Du

00:06:33: hast ja auch gesagt, total spannend habe ich es für mich auch ähnlich schon so in Situationen an meinem Job so erlebt halt, dass ich eigentlich immer da, wo ich mich dann auch der Angst gestellt hab und versuchte da eine Klarheit aufzugewinnen, dann eher

00:06:47: auch einen neuen

00:06:48: Lösungsweg gefunden habe.

00:06:49: Es geht ja oft darum neue Lösungswege zu finden.

00:06:52: das ist ja auch so eines deiner Themen neue Routen zu begehen und neue Pfade zu erschließen, vielleicht auch in dem Moment wo du eben merkst hier geht es nicht weiter.

00:07:01: Und Du hast ja auch von dem Umkehren viel gesprochen also dass manchmal mutiger ist umzukehrend statt irgendwie weiterzugehen und sich einem Risiko auszusetzen.

00:07:11: Was hat das für dich auch so mit der aktuellen Arbeitswelt zu tun?

00:07:13: Wo siehst du da... Ja,

00:07:14: jetzt kann man es natürlich gleich mal sagen.

00:07:16: Es ist definitiv nicht mutiger wenn man in einer brenzligen Situation die immer nicht mehr so gut unter Kontrolle hat wo man nervös wird weiterzugehen.

00:07:26: Das ist schlicht und einfach nur dumm weil man überfordert ist.

00:07:29: und wenn man überfordert ist in einer schwierigen gefährlichen Situation dann kann das Ganze einmal ganz schnell ins Auge gehen.

00:07:36: Das heißt immer dann Wenn eine die Beschäftigung mit dem Thema, mit der Gefahr mitteilt.

00:07:43: Dass man überfordert ist dann hat man zurück zu ziehen und vielleicht besser vorbereitet zurückzukommen oder mit einer kompetenten Person an der Seite.

00:07:55: von außen kommt Kompetenz dann irgendwann so aufgestellt zu sein dass man es doch in den Griff bekommt.

00:08:01: Dann kann man nachsetzen.

00:08:02: Und das ist eben dann sage ich das Mutige In so einem Moment die Gefahr anzuerkennen, das Problem anzuerkennen.

00:08:11: An zu erkennen dass man dem nicht gewachsen ist dann mutig den Scheidung zutreffen.

00:08:18: Das ursprünglich angesierte Ziel muss vorerst drohen.

00:08:21: ich ziehe mich zurück und komme dann wieder und es ist dann wirklich mutig wieder zurück wenn ich besser vorbereitet bin um dann sicher zum Ziel zu kommen.

00:08:31: Und das ist natürlich einfach eine gesunde, rangehensweise an die Dinge, die einem im Leben immer wieder gezeigt werden.

00:08:40: Probleme, die sich querstellen, dass man eben nicht einfach blind darauf losrennt sondern das ganze analysiert und beim tun auch stets reflektiert wie geht's?

00:08:50: Und wenn es halt nicht ganz passt lieber einmal zu viel zurückziehen als einmal zuviel über den gesicherten Horizont hinausgehen weil das kann ganz schnell gerade im Bergverteil sein.

00:09:01: der

00:09:01: Berg kann ich mir das total vorstellen.

00:09:03: Ich habe das wirklich vor Augen.

00:09:05: jetzt auch die Filme, die ich mit dir gesehen habe.

00:09:08: Wie ist es dann mal so in normalen Leben?

00:09:10: Also wie fällt ihr das denn auch so ein dass du dann sagst nicht, ich analysiere das

00:09:15: gerade Du bist ja auch

00:09:15: ein analytischer Typ,

00:09:16: bist Physiker

00:09:17: Da ist man auch automatisch glaube ich analytisch Kommt ja dann so eine Situation.

00:09:22: was du sagst, ich spüre grade Das da hilft jetzt gerade keinen

00:09:26: Mut

00:09:27: nach vorne zu gehen Sondern zurückziehen besser vorbereiten andere Situation als im Berg?

00:09:32: Ich denke, jeder ist im Alltag bei seinen verschiedenen Bereichen mit Dingen konfrontiert.

00:09:36: Die Probleme bereiten und wie gesagt das ist ja eigentlich so ganz normal.

00:09:40: Das ist nie wirklich intelligentes Bild darauf losrennen es schon irgendwie zu machen.

00:09:46: Ein Tag eine Entscheidung zu treffen einfach Entscheidungen kommen ein Tag treffen aber schwierige Entscheidungen die sollte man nie ein Tag treffen sondern es macht immer sich sicher Sinn sich mit der Sache auseinandersetzen, ein bisschen damit zu befassen um eine sagen wir mal eine rationale Basis an Informationen zu gewinnen.

00:10:06: Auf Basis dieser rationalen Informationen trifft man dann sehr wohl eine emotionale Entscheidung weil diese Basis bringt einen so weit dass man den Gefühl dafür entwickelt haben wir das in Griff oder nicht?

00:10:20: hier sind wir doch ganz streng.

00:10:22: keine Maschinen die mathematisch funktionieren, wir sind immer noch emotionale Wesen.

00:10:28: Gott sei Dank!

00:10:29: Und so gesehen wird er immer gesagt, ah der Physiker das ist ja ein rein rationaler Mensch.

00:10:34: auch der Physik ist ein rationaler wie emotionaler Mensch.

00:10:38: und auch andere Geisteswissenschaftler oder was sie auch immer machen wollen Auch Musikern sind rationale Menschen und emotionale Menschen.

00:10:48: Auch ein Musiker weiß, was er machen muss damit es am Ende im Zusammenspiel funktioniert auf der Bühne.

00:10:55: Und natürlich ist vielleicht die eine Welt emotional geprägt wie die andere.

00:10:59: aber am Ende ist es von außen immer schwer betrachtet schwer zu sagen das ist ein emotionaler Mensch, dass ist ein rationaler Mensch denn wir sind als Menschen immer komplett.

00:11:10: Ja du brauchst auf jeden Fall beides.

00:11:12: ich bin einmal kurz zurück zu diesem Umkennen Mut zu haben und zu erkennen ok hier gehts nicht weiter.

00:11:17: Stell dir vor, du bist Führungskraft.

00:11:19: Das sehen wir ja häufig.

00:11:20: Du hast Ziele formuliert und oftmals sind es Dinge die möglicherweise erreichbar sind aber auf jeden Fall schon anspruchsvoll sind.

00:11:28: Und du stellst halt fest an einen Endepunkt.

00:11:30: das macht keinen Sinn aus welchen Gründen auch immer Es geht so nicht weiter.

00:11:33: In dem Moment musst du auch Schwäche eingestehen Also deinem Vorgesetzten gegenüber dem Unternehmen gegenüber.

00:11:41: Das erfordert ja auch unheimlich Mut.

00:11:44: Es

00:11:45: ist extrem mutig in diesem Moment zu sagen, dass das Problem tatsächlich größer ist.

00:11:53: Dass man es nicht sofort lösen kann und sich damit auseinandersetzen kann.

00:11:57: aber ganz ehrlich gesagt gerade wenn wir uns jetzt von größeren Strukturen im Konzerne haben genau so einen Grund einem Vorstand und ein Vorstandsvorsitzenden und wenn es wirklich unternehmensentscheidende Überlegungen gibt, wo man dann final eine Entscheidung treffen muss.

00:12:16: Wird hier viel investiert oder wird hier viele investiert?

00:12:19: Oder ist es nicht kontrollierbar?

00:12:22: Ja da macht das einfach Sinn dass der Vorstand einberufen wird die einzelnen Mitglieder werden mit den Aufgaben betraut.

00:12:29: Dann wird jeder für sich seinen Teil dazu beitragen, dass dann – wir nennen sie zum einen Woche später – der Vorstamm wieder zusammentritt und dann wird darüber beraten.

00:12:38: Am Ende gibt es dann den CEO, der die Entscheidung treffen muss.

00:12:42: Die Entscheidung, da kommen wir wieder drauf zurück, das ist nicht die Entscheidung von einer Maschine sondern von einem Menschen.

00:12:48: Das ist eine emotionale Entscheidung.

00:12:50: Je nachdem wie er sich dabei fühlt aufgrund der Basis der geschaffen herangebrachten Informationen und das ist dann eine Entscheidung, die nicht aus dem Bauch herausgetroffen ist, sondern auch Besten Wissen und Gewissen.

00:13:06: Nach besten Wissen und Gewissen entsteht ein Gefühl, da kommt dann diese emotionelle Entscheidung.

00:13:12: Und dafür ist er da.

00:13:13: Erster Vorstandsvorsitzender muss die Entscheidung treffen in welche Richtung das Ganze gehen soll.

00:13:19: Wenn man in so einer Situation allkehrlich glaubt zu sein und meint ich kann es alles so!

00:13:25: Ich treffe auch Tocke Entscheidungen.

00:13:27: Wunderbar, das kann schon mal funktionieren.

00:13:30: Aber in dieser komplexen Welt wird es nie lange gut gehen.

00:13:33: Und genauso ist es beim Bergsteigen, da sind die Gefahren so omnipräsent.

00:13:37: Die sind sowas von ständig da!

00:13:40: Dass wenn ich einfach immer ein Tag sage ach das geht schon dann wirst du darin umkommen und zugesehen ist der Bergtor sehr direkt und sehr ehrlich.

00:13:50: jemand der die Situation am berg nicht respektiert die Gefahr nicht wahrnehmen will oder gar nicht wahr nehmen kann nicht wahr nimmt darf wieder rinnen kommen.

00:14:03: Du hast ja auch so was mal beschrieben irgendwo an der Stelle.

00:14:07: Unterschiede zwischen dieser gesunden Lernzone, wenn die Panikzone lernen das kennen wir in der Panikzone lernwinnig zu erstarren wäre und aus der Komfortzone entsteht wenig.

00:14:18: dann sprichst du von dieser gesunde Lernzone.

00:14:20: Das würdest du denn sagen wo Menschen in der Organisation gehen?

00:14:24: Wo eben genau diese Herausforderungen sind?

00:14:26: Da ist Druck, da ist Komplexität.

00:14:29: Wo kann dabei auch noch gesunde Lernzone stattfinden?

00:14:32: Was muss man da tun?

00:14:33: Was würdest du aus deiner Erfahrung daraten?

00:14:36: Es können wir natürlich vom idealen Bild sprechen.

00:14:39: wenn man in einem Unternehmen arbeitet und wenn es einfach komplexe Herausforderungen gibt dann ist das umfeldt in der Arbeit so dass sich jeder bei der Arbeit wohlfühlt Und die gesunde lernzone ist dann gegeben dieses Arbeitsumfeld stimmig ist, wenn die Leute gut miteinander kommunizieren und dann kommen tatsächlich Probleme daher.

00:15:00: Und die machen die ganze Truppe unruhig.

00:15:04: Solange es einfach noch eine gesunde Unruhe ist, dass man agil wird das man sich miteinander bespricht und arbeitet Dann ist es die gesunde Lernzone.

00:15:12: Wenn dann aber tagtäglich irgendwo so im weiteren Prozess diese Nervosität zunimmt Das passiert ja nicht von heute auf morgen, sondern am Ende ein Panik draus entsteht.

00:15:23: Dann sollen eigentlich natürlich klar die Erlangkloppen schrillen und man muss das kommunizieren, dass man sich nicht wohlfüllt.

00:15:31: Und das ist eben auch dann – muss ich mal ganz ehrlich sagen gerade die Aufgabe einer guten Führungskraft zu erkennen.

00:15:37: da entstehen tatsächlich Spannenden aufgrund der Herausforderungen, die scheinbar nicht so einfach lösbar sind.

00:15:44: Dafür isst man ja ein Team!

00:15:46: Und dann spricht man die Dinge an, man bespricht sie.

00:15:51: Das Ziel kann nichts anderes sein.

00:15:52: Es ist wie eine Entscheidung, die man dann zusammen

00:15:54: trifft.".

00:15:56: Also es hat viel mit Kommunikation zu tun.

00:15:57: was du gerade sagst also dieses eben miteinander sprechen sich dazu austauschen, man merkt da beruhtet etwas und ersteht etwas das ungut ist.

00:16:05: und wir kriegen jetzt wieder auf eine Spur gemeinsam damit wir zu einem guten Ergebnis kommen.

00:16:10: und das passiert ja häufig nicht, wir erleben das hier häufig auch in Gerade so in Arbeitssituationen im Arbeitskontext, dass zu wenig kommuniziert wird weil der Druck zu hoch ist.

00:16:19: Weil die Dinge zu komplex sind, weil man Angst hat seinen Job zu verlieren.

00:16:23: und da fragen wir uns natürlich was kann man tun?

00:16:26: Total ich merke manchmal auch das es gar nicht unbedingt an der Kommunikationswilligkeit liegt Sondern dass die Menschen heute in der Gesellschaft manchmal überfordert sind, einfach von allem dem was uns gerade so irgendwie auf uns einprasselt.

00:16:39: Überfordert und unsicher.

00:16:41: Manche Menschen haben Zukunftsangst in den Job.

00:16:43: Der Jobmarkt hat sich auch irgendwie total verändert.

00:16:46: Und ich glaube da ist es dann wichtig irgendwie eine Strategie für sich selber zu haben wie man handlungsfähig bleibt.

00:16:53: das stelle ich mir auch im Berg so vor.

00:16:55: Man muss ne Strategie haben die man dabei hat Wenn es richtig harte Fahrt kommt, ich muss handlungsfähig bleiben.

00:17:02: Kannst du uns da mal mitnehmen?

00:17:03: Was sind für dich immer gute Strategien die für dich gut funktionieren um handlungsfähig zu

00:17:08: bleiben?

00:17:10: Da will man sagen... Ich versuche einfach ganz bewusst im kontrollierbaren Bereich zu bleiben und da ist der Berge schon streng getrennt in Zonen wo es unkontrollierbare Gefahren gibt.

00:17:23: und dann gibt's zonen da sind die Gefahren einfach.

00:17:28: Das heißt, da gibt es keinen Steinschlag.

00:17:30: Da gibt es kein Eisschlag und keine Lawinen.

00:17:33: Da bin ich so gesehen im gesicherten Bereich unterwegs.

00:17:36: Deswegen kann das trotzdem extrem schwierig sein.

00:17:40: Aber dieses Nicht-vorhandensein dieser Gefahren lässt mich sicher arbeiten!

00:17:46: Und dann gibt's natürlich jede Menge Grauzonen.

00:17:49: Zonen da kann man schon mal unterwegs sein, wenn die Bedingungen passen.

00:17:54: Das kann sich aber auch sehr schnell ändern... ...wenn die klimatischen Bedingung und die metallologischen Bedenken wieder anders sind.

00:18:03: Da hat man eine einfach immer schon vor wie gut zu planen damit man nicht einfach unverhofft sich in einer unguten Situation befindet weil Der Berg ist dann groß genug, dass es oft auch gar nicht so einfach ist sich so aus einer Gefahr herauszuschleifen.

00:18:18: Da kann man wirklich sagen, während den Anfängen wenn es irgendetwas gibt was einem bei dem Projekt schon nicht schmeckt, dann sollte man vielleicht ein anderes Projekt wählen.

00:18:30: und das ist die große Kunst beim Bergsteigen.

00:18:34: und ich sag's jetzt ganz einfach, eine grosse Kunst beim Bergsteigen ist ja zu überleben trotz den Bergsteigungen, das man tut Dass man so seine Ziele sich wählt, dass man vom Wahl des Ziels hier schon auf der sicheren Seite des Lebens unterwegs ist.

00:18:53: Und es ist halt leider schon so das auch heute noch beim Bergsteigen mit viel progressiv eingegangenen Risiko man weit kommen kann, dann wird man auch sehr schnell ein erfolgreicher Bergsteiger.

00:19:07: Wenn man Ziele verfolgt die die vorgehende Generation links hat liegen lassen aus gewissen Gründen aufgrund der unkontrollierbaren Gefahren.

00:19:15: aber da muss man ganz klar sagen das wenn mal funktioniert ist es ja schon wunderschön mit Glück dass ganze gut durch steht.

00:19:23: nur das macht natürlich auch süchtig Dann will man diesen Erfolg wieder haben und es ist tatsächlich so Diese erfolgreichen Bergstärke mit diesen Prinzipien am Werk unterwegs sind, die sind noch nie weggekommen.

00:19:37: Die sind

00:19:37: übermütig.

00:19:38: Wassen Sie das Wort?

00:19:39: Oder

00:19:39: können Sie sagen... ...oder man kann sagen im klassische Haserdürre oder so.

00:19:44: Übermütige Haserdörre.

00:19:48: Was ich auch so gerade gehört habe ist dass du extrem

00:19:51: wachsam

00:19:52: bist sein musst aufmerksam.

00:19:54: was es da gibt's am berg jetzt gibts ein steinschlag hier löst sich hier irgendwas ist hier vielleicht Auch eine Lawinen-Möglichkeit ändert sich das Wetter ganz schnell.

00:20:04: Das ist ja übertragbar jetzt auf die Arbeitswelt.

00:20:06: im Grunde auch, dass wir haben permanent schnelle Veränderungen.

00:20:09: Da fliegt jemand aus dem Team raus und es kommt jemand neues rein.

00:20:12: Die Ziele verändern sich.

00:20:14: Es wird irgendwie ein Unternehmen auf einmal übernommen.

00:20:16: Es ist neue Produktstrategie.

00:20:18: Sich Dinge können passieren.

00:20:19: also hier muss ich extremst wachsam aufmerksam sein alles mitbekommen aufnehmen miteinander verbinden und möglicherweise hier auch wieder eine neue Route einschlagen, ja nicht unbedingt umkehren aber vielleicht auch nach rechts und links.

00:20:34: oder würdest du sagen ist das vergleichbar auch mit dem was du erlebst beim Bergstein?

00:20:39: Ja beim Bergsteigen ist es vielleicht sogar ganz klassisches schon ein Bild der sich bedient habe wenn wir einen Berg anschauen das ist ja quasi wirklich so die Referenz an Ziel.

00:20:51: Sehr klar, da ist der Gipfel, da will ich hin!

00:20:55: Bevor ich da blind drauf rauf renne losrenne Schau ich mir natürlich den Berg an.

00:21:01: Versuche dem Berg zu verstehen, zu analysieren wo ist der Weg des geringsten Widerstandes.

00:21:07: aber ich weiß natürlich auch wenn es ein größeres komplexeres Unternehmen ist dann wird das immer mal am Berg selbst dann wieder Überraschungen geben.

00:21:17: und wenn ich dann einen gewissen Punkt überrascht wäre dann ist es gut zu wissen dass man im Vorfeld bereits analysiert hat wo es dann besser wäre, links eine Alternative zu suchen oder rechts oder vielleicht sogar mal zwischendrin abzusteigen, zu wechseln.

00:21:35: All diese Dinge müssen im Vorhinein bereits mitgedacht werden, damit man dann ein Trock anders reagieren kann wenn am Werk dann doch die Dinge anders kommen wie erwartet und das ist eben da so ganz wichtig.

00:21:49: Reflexion und Korrektur Wenn man dann schon mal gemerkt hat, da haben wir jetzt ein Fehler gemacht bei diesem Weg.

00:21:56: Das Wichtigste ist, Fehler können ja immer passieren.

00:21:59: Dass man nicht zu weit geht in diesen Fehler hinein bis es problematisch wird, sodass man früh genug rückzieht und natürlich auch dass man dann so einige machten Fehler nicht wiederholt.

00:22:11: Ich habe jetzt nochmal gedacht wie ... Wir haben ganz viel über den Werk gesprochen wie du daran gehst analytisch und planerisch.

00:22:21: Ich finde das passt auch total zu dem, wenn ich mir vorstelle wie du alleine am Berg bist.

00:22:26: Wie du auf dich allein eingestellt bist.

00:22:28: Du weißt, dass du dich auf dich verlassen kannst.

00:22:31: Ich denke also an die Free Solo Sachen, die du so gemacht hast.

00:22:34: Aber gleichzeitig haben wir es ja auch in der Welt viel mit Team zu tun.

00:22:38: Wir müssen mit anderen kommunizieren und uns auf andere verlassen.

00:22:42: Was ist dir lieber eigentlich?

00:22:44: Im Team hoch auf den Berg

00:22:48: nur

00:22:48: alleine?

00:22:49: Wann bist du da in deiner Lieblingszone eigentlich?

00:22:52: und wenn Du mit mehreren auf dem Berg bist?

00:22:55: Auf was kommt's da an?

00:22:57: Also, wenn ich sagen darf was mir lieber ist dann ist es ganz klar zu zweit oder zu viert, zu dritt am berg unterwegs zu sein.

00:23:08: Ich habe es trotzdem aber auch geliebt ganz alleine mich mit den Bergen zu beschäftigen.

00:23:14: Aber wenn man sieht wie oft ich ganz allein am berge unterwegs war dann waren es immer ganz spezielle konzertierte Aktionen, wo ich ganz bewusst den Weg allein gewählt habe.

00:23:26: Ansonsten bin ich einfach ein gesellschaftlicher Mensch – Ich liebe es mit anderen Menschen zu kommunizieren!

00:23:33: Ich hab' gern eine Mannschaft um mich rum, mit denen ich steigen

00:23:38: darf.".

00:23:40: Super und das heißt da kommen ja dann auch all diese Fähigkeiten nicht nur des Gemeinschaftliche zusammen sondern Vertrauen mit anderen zusammen immer wieder zu kommunizieren, hier haben wir das Thema Wertschätzung.

00:23:52: Die Wertschättung schöne Momente teilen einfach ein gutes Leben zu führen!

00:23:57: Wir Menschen sind per se keine Einzelgänger und klar haben wir im Endeffekt in unserer Gesellschaft schon auch Charaktere die eher von Charakter her Einzel gängern sind.

00:24:09: aber per se haben wir eine Stammeskultur der wir entstammen Und das prägt uns natürlich auch in Zusammensein.

00:24:17: In Vergleich zu vielen anderen Lebewesen sind wir sehr gesellig und diese Art sozusagen macht uns zum Mensch.

00:24:26: Ich habe gerade noch so gedacht, dass du darüber gesprochen hast was brauche ich eigentlich alles an Fähigkeiten um wieder runterzukommen halt also als es um die vielen unterschiedlichen Gefahren ging und was du alles berücksichtigen musst am Werk?

00:24:40: da hab' ich mich gefragt weil wir öfter darüber sprechen auch im Arbeitsumfeld.

00:24:44: Was braucht man?

00:24:44: Generalisten oder Spezialisten.

00:24:46: Heute werden ja ständig Spezialist, weil einfach die Welt auch immer spezialisierter wird gerade das ganze Thema KI.

00:24:53: Du brauchst halt Menschen, die eine fokussierte Fähigkeit haben.

00:24:58: wir sagen Es ist wichtig, viel mehr Generalisten zu haben weil du brauchst einfach mehr Menschen die einen Blick fürs Ganze haben.

00:25:04: Das habe ich bei dir auch gerade gehört.

00:25:05: würdest du auch sagen eigentlich ist es ja genau das was du machst.

00:25:08: Du hast den Blick für alles Fürs Wetter, für die Menschen die mit ihr unterwegs sind Für deine Gefühle, für deine Ängste, für sämtliche Herausforderungen und wenn du nicht das große Bild hättest Würdest du wahrscheinlich abstürzen?

00:25:21: Ja, ich nenne sie mal so wie.

00:25:22: wir sind natürlich im Berg draußen unterwegs Und da ist es einfach nicht möglich, dass man für jede Sache einen Spezialisten mit am Start hat.

00:25:30: Aber man hat eben heute wieder und schon auch die kommunikativen Mittel – die Kommunikationsmittel, das man mit einem Meteorologen in der Zivilisation kommunizieren kann genauso wie man halt untereinander spricht.

00:25:45: Das ist heute natürlich ganz anders möglich als früher!

00:25:50: Und trotzdem würde ich sagen, gibt es tendenziell auch beim Bergsteigen diese Spezialisierung.

00:25:57: Vor allem auf den einzelnen Disziplinen im Bergsteiger.

00:26:01: Ich wiederum bin ein ganz net formulierter Generalist.

00:26:05: Ich bin eben auch Allround-Bergsteiger und ich habe mich schon immer mit allen Themen befasst.

00:26:12: Das ist jetzt am Berg dann nicht nur die Meteorologie wo man gute Informationen von außen brauchen kann, sondern ich habe es selbst oft genug erlebt.

00:26:21: Wenn es ein medizinisches Problem gibt dann ist es gut dass selbst ich, wo ich recht gute medizinische Ausbildung habe trotzdem mit einem Mediziner kommunizieren kann um Syntome zu besprechen das ich halt auch vom dem was bei der Diagnose gefahrt ist einfach auf einen richtigen Weg komme.

00:26:43: Und da ist es sehr gut, wenn man so ein Backup hat.

00:26:45: Da hat man die heutigen moderne Kommunikationsmittel früher was, aber natürlich klar war in Medizin sowieso immer mit dabei.

00:26:53: Eigentlich doch auch spannend dass du diesen naturwissenschaftlichen Background

00:26:57: hast.

00:26:57: Das hat dir bestimmt auch viel dazu an Informationen gegeben um Generalist zu sein.

00:27:02: So stelle ich mir das vor.

00:27:03: Die Leute, die ich kenne, die gerne Klettern gehen.

00:27:05: Das sind häufig Menschen aus dem Sportbereich kommen.

00:27:08: Die kommen nicht bekommen aus Köln In der Sporthochschule in Köln und dann zack ab auf dem Berg, wo ich mich manchmal frage auch wäre es nicht eigentlich auch schlau wenn ihr mehr wissen würdet über Medizin.

00:27:19: Über Naturwissenschaften vielleicht auch Geologie?

00:27:22: Wie siehst du das?

00:27:23: Ja ist natürlich immer wünschtenswert aber ich kann's ja auch nicht anders sagen.

00:27:26: Ich hab' immer schon gerne Sport gemacht und ich war völlig unabhängig von der Ausbildung immer voll motiviert dabei Wenn es darum ging einfach ein Berger raufzulaufen und steil zu glättern.

00:27:38: Ich habe aber eben gleichzeitig die Ausbildung gemacht und die erste Ausbildung war einfach Rettungssanitäter.

00:27:45: Und da bin ich halt doch drei Jahre am Rettungsdienst gefahren, weil ich eigentlich Medizin studieren wollte.

00:27:50: Dann hab' ich aber dieses Amplan wieder verworfen... ...weil ich gemerkt habe es doch nicht so in meiner Welt!

00:27:58: Und dann habe ich Physik studiert.. ..und im Physik bin ich dann im Bereich der Meteorologie hinein.

00:28:04: Weil für mich das Gefühl gehabt habe beim Bergsteigen kann ich vor allem in Sachen Physik bei der Metrologie profitieren und deswegen auch diese Spezifikation in Sachen Metrologien.

00:28:17: Und da muss ich schon sagen, sowohl von meiner medizinischen Ausbildung genauso wie von meiner metrologischem Ausbildung habe ich natürlich viel profitiert in der Welt der Berge.

00:28:28: Das ist genau das alles andere was ich meinte eben ein breites generalistisches Wissen zu haben, was dir hilft einfach Situationen auf schwierige Situation besser einzuordnen?

00:28:37: Also ich würde schon sagen, klares Plädoyer auch in der Arbeitswelt für die Menschen, die irgendwie einen Blick fürs Ganze haben und sich eben nicht tunnelartig auf ihren Expertenblick irgendwie fokussieren.

00:28:48: Weil das kann ich unter Umständen umbringen.

00:28:50: Total!

00:28:51: Mich wird noch das Thema Zeit zum Atmen nochmal interessiert weil es darum geht's ja auch im Vortrag den du heute machen wirst und wo wir dich heute hier liebenswürdigerweise nochmal zu interviewern dürfen.

00:29:04: Mich persönlich spricht das natürlich deswegen an, wenn ich nicht an die Welt denke in der Berge.

00:29:10: Sondern wenn ich an meine Arbeitswelt denke und denke, ich bräuchte eigentlich auch häufiger Zeit zum Atmen.

00:29:16: Und ich glaube viele Menschen erleben das Gegenteil gerade in ihrem Job.

00:29:20: Schnappatmung?

00:29:22: Ja, genau!

00:29:23: Die erleben dass sie sich nicht die Zeit nehmen und nicht so durch atmen.

00:29:28: kannst du es ein bisschen mitnehmen in deine Welt in dieses Thema Zeit zum

00:29:31: atmen?

00:29:32: Ja klar, Zeit zum Atmen drückt auch nichts anderes aus.

00:29:36: Dass man einfach Zeit zum Inhalten hat und bewusst atmen als Zentrum des Lebens versteht und das ganze auf das Bergsteigen übertragen.

00:29:50: da ist der Brückerecht einfach geschlagen weil eines meiner großen Vorbilder in Sachen bergsteigen ist der Bergsteiger Rhein-Haukel, der in den Siebzig und Achtzige Jahre eine der einflussreichen deutschen Bergsteigepersönlichkeiten war.

00:30:04: Er sei bekannt geworden, weil er das erste Deutsche Demand Everest erreicht hat.

00:30:07: aber er war vor allem ein innovativer, breit angelegter, sehr agiler Bergsteigen die eben auch die Neuzeit von uns geprägt hat.

00:30:20: und das herangehen Und da kann man schon sagen, sein Buch Erlebnis Bergzeit zum Atmen.

00:30:27: Das war für uns quasi dieses ... Dieses Herangehen!

00:30:31: Die Herangehensweise wird geschildert wie wir das dann gemacht haben.

00:30:36: in die Berge gehen mit offenen Auge.

00:30:38: Die großen Berge sehen genauso wieder das neu aufgekommene Sporklettern und die verschiedenen Dinge die das Bergsteigen auch verrühren kann wahrzunehmen.

00:30:47: Und wenn man eben so schaut, dann stellt man ja fest, dass Bergstein ist also wunderbar vielfältig!

00:30:52: Ich kann baulernen und ich kann auf die Achttausende steigen.

00:30:55: Alles dazwischen – die verschiedenen Disziplinen Speed-Glättern oder Frisolo Glettern….

00:31:01: Man kann natürlich über das Berg Steigen die verschiedenen Regionen der Welt kennenlernen.

00:31:06: Nehmen wir es um als Karakor und Gebirge und der Himalaya in Asien Die kalten Berge der Antarktis, Patagonien.

00:31:15: Das Yosemite Welle in Kalifornien oder einfach nur die Alpen mit ihrer verkleinrömigen Vielfalt?

00:31:20: Ob es das Mont Blanc-Gebirge ist, ob es das Wallis des Berners Oberlandes oder die Dolomiten oder bei uns den nördlichen Kalkalten.

00:31:28: Alles das ist so wunderbar.

00:31:30: und diese Augen für diese Großartigkeit des Bergsteigens unter Natur hat für uns schon mit seinem Buch Zeit zum Atmeterei noch kahl geöffnet.

00:31:42: Ich bin ja auch absolut, ich bin kein Werksteigerin.

00:31:48: Und das ist so die Brücke eher in der Natur unterwegs halt und dieses Zeit zum Durchatmen finde ich wenn ich rausgehe und am Baum sitze auf der scharfiese Sitze wo unsere Schafe sind wirklich durchatme und diese Verbindung herstelle zu der Ressource Natur.

00:32:05: Also es ist wunderbar, ich würde auch lieber im Berchtesgadener Land manchmal leben weil da habe ich die berge direkt vor mir muss ich nicht hinfahren aber Es ist einfach in Prinzip ja wenn du außerhalb des stadt bist überall.

00:32:16: also was können wir eigentlich lernen?

00:32:18: Was würde uns helfen?

00:32:19: das wird den vielen menschen die so gestresst sind so ausgelaut sind.

00:32:23: Was wird denn helfen?

00:32:25: ganz praktisch ohne dass ein riesen auffand betreiben ist eine zeit zum atmen zu bekommen.

00:32:30: Man kennt es bei den Hindus und dem Buddhisten, die haben das ja in ihrer Lebenskultur schon eingebaut.

00:32:36: Meditation durch Atmen.

00:32:38: Bewusstes Atmen ist ein wichtiger Baustein in unserem gesunden Leben.

00:32:44: und so gesehen kann das natürlich genauso verstanden werden weil wenn ich am Berg unterwegs bin dann bin ich tatsächlich auf mich selbst konzentriert.

00:32:55: Ich meditiere mich im Berg hoch Selbst dann, wenn ich mich körperlich auseinandersetze und man atmet ganz bewusst.

00:33:02: Und das ist natürlich auch etwas was ganz wichtig ist dass man sich selbst spürt.

00:33:08: und deswegen glaube ich kann genau dieser Titel so verstanden werden Zeit zum Atmen, Zeit um innehalten einfach die Veranlassung zu spüren, bewusst zu atmen weil man sich dabei selbst spört.

00:33:23: Was bedeutet für dich eigentlich ein gelungenes Leben?

00:33:28: einfach das was du für dich selber wo du sagen würdest wenn man das geschafft hat, dass ist für mich eigentlich das dann kann ich sagen.

00:33:35: Ich habe ein gelungenes Leben vielleicht auch jenseits von den Erfolgen oder von den einzelnen Gipfeln Das was wir alle, ja wo wir auch bisschen von deiner Inspiration bekommen können.

00:33:47: Ja könnt ihr da vielleicht ein Beispiel aufhören aus meinem engsten Kreis und es sind meine Eltern.

00:33:53: bei denen ist im leben nicht alles wirklich glattgelaufen und trotzdem kann man aber mich nicht feststellen, sie sind heute mit sechsunachtzig und vierenachtzig Jahren immer noch zusammen in den Bergen unterwegs.

00:34:05: Mit ihren motorischen körperlichen Einschränkungen völlig egal!

00:34:09: Wenn man dort oben in die Augen schaut für unsere Eltern dann sieht man ein Leuchten.

00:34:14: Und dieses Leuchting sagt mir das Sie mit Ihrem Leben – mit allen Wiedrigkeiten alles was dazu gehört hat.

00:34:20: Trotzdem glücklich geworden sind.

00:34:21: Was will man mehr im Leben erreichen?

00:34:24: Ah,

00:34:25: Doro!

00:34:25: Was für ein faszinierendes Gespräch.

00:34:28: Ich hätte ja ehrlich gesagt gedacht dass wir heute doch hauptsächlich über Bergesprächen am Ende haben aber eigentlich über Führungen, über Entscheidungen und den Umgang mit Unsicherheit gesprochen.

00:34:40: Ja, total dennis.

00:34:41: Und auch wenn wir natürlich ein bisschen über die Berge gesprochen haben aber hat mich genau das eben auch beeindruckt dieses Thema Angst also.

00:34:50: Alexander beschreibt Angst nämlich überhaupt nicht als etwas Negatives ganz im Gegenteil.

00:34:56: er sagt Angst ist ein Kompass Die macht uns aufmerksam und sie hilft uns gute Entscheidungen zu treffen.

00:35:04: und genau diese Perspektive auf die Angst könnte in unserer Arbeitswelt auch manchmal richtig hilfreich sein und gut tun?

00:35:12: Ja, genau.

00:35:13: In Unternehmen erleben wir eigentlich genau das Gegenteil oft.

00:35:16: Angst soll verschwinden und niemand möchte Fehler machen, niemand möchte Schwäche zeigen.

00:35:22: und dabei hat Alexander etwas sehr Wichtiges gesagt nicht die Angst ist gefährlich.

00:35:27: Gefährlich wird es erst wenn wir Warnsignale ignorieren.

00:35:32: Ganz genau und bei diesem Wahnsignal geht es ja auch eben ums Umkehren.

00:35:36: Und der Gedanke, der hat mich ganz besonders beschäftigt weil den Unternehmen wird ja oft das Durchhalten mit Stärke verwechselt und Alexander beschreibt etwas völlig anderes eigentlich.

00:35:48: er sagt manchmal ist eben der mutigste Schritt nicht weiter zu gehen sondern überhaupt mal innezuhalten zu reflektieren neu zu bewerten und sich vielleicht eben dann auch Unterstützung zu holen oder sogar einen ganz neuen Weg einzuschlagen.

00:36:04: Also ich finde, das ist eine unglaublich wertschätzende Haltung sich selbst gegenüber aber eben auch anderen Menschen gegenüber.

00:36:11: Ja, auch andere Menschen stimmt und es gilt nicht nur für Führungskräfte Auch Teams brauchen ja genau diese Kultur Eine Kulturen der man sagen darf Ich bin gerade echt überfordert Oder die Route, die wir eingeschlagen haben Die müssen wir nochmal überprüfen.

00:36:28: Wir brauchen einen anderen Plan Und zwar, dass man das sagen kann ohne dass es als Schwäche verstanden wird.

00:36:35: Ja ganz genau und da gibt's noch einen weiteren Gedanken der mich in dem Gespräch jetzt auch sehr beschäftigt hat.

00:36:43: Alexander spricht ganz selbstverständlich darüber, dass große Entscheidungen nie aus reinem Bauchgefühl entstehen aber eben auch nicht ausschließlich rational getroffen werden.

00:36:55: Also er sagt ja, er sammelt Informationen, er analysiert und er reflektiert die auch.

00:37:01: Und irgendwann entsteht daraus ein Gefühl.

00:37:05: Ich finde das spannend weil wir ja häufig so tun als müssen wir uns irgendwie entscheiden zwischen Herz und Kopf und eigentlich brauchen wir beides gleichzeitig

00:37:19: Herz und Kopf.

00:37:20: Vielleicht steckt ja genau darin auch Wertschätzung, also sich selbst gegenüber, sich selbst gegen so genügend Zeit zu geben bevor man entscheidet nicht jede Entscheidung sofort treffen zu müssen und nicht so permanent im Reaktionsmodus zu sein?

00:37:39: Ja ganz genau dieser Abstand zwischen Reiz und Reaktion Da kam für mich auch noch einer der schönsten Gedanken des ganzen Gesprächs.

00:37:50: Diese Zeit zum Atmen, Alexander hat diesen Begriff natürlich aus seiner Welt des Bergsteigens und Kletterns beschrieben.

00:38:00: aber eigentlich geht es ja um etwas viel viel größeres weil es geht darum sich selbst überhaupt wieder wahrzunehmen also nicht permanent im nächsten Meeting den nächsten Aufgabe dem nächsten Gedanken oder der nächsten Krise schon zu sein sondern ganz bewusst innezuhalten.

00:38:16: Und ja, gerade in unser immer komplexer Werden-Arbeitswelt wird das immer wichtiger?

00:38:23: Ja,

00:38:24: stimmt!

00:38:24: Das wird echt immer wichtiger.

00:38:25: Vielleicht war genau deshalb auch seine Antwort auf unsere letzte Frage so berührend.

00:38:30: Also ein gelungenes Leben, das erkennt man halt nicht an Gipfeln, Titeln oder Rekorden, sondern daran dass Menschen mit einem Leuchten in den Augen aufs Leben zurückblicken.

00:38:42: Ich finde, eigentlich schöner kannst du so Erfolg kaum definieren.

00:38:46: Ja absolut!

00:38:49: Das ist erst mal rund zum Durchatmen.

00:38:51: aber dennoch haben wir zum Abschluss ja immer noch für euch einen Wertschätzungshack und auch dieses Mal und heute nennen wir ihn die zwei Minuten Standortbestimmung.

00:39:06: Und die Idee dabei ist, bevor ihr morgens in den Arbeitsalltag startet oder bevor ihr überhaupt eine wichtige Entscheidung trefft zum Beispiel haltet für zwei Minuten inne und stellt euch drei Fragen.

00:39:19: Erstens was beschäftigt mich gerade wirklich?

00:39:23: Zweitens wofür habe ich vielleicht gerade Respekt oder auch Angst?

00:39:29: Drittens Was wäre heute der klügste nächste Schritt?

00:39:33: nicht der schnellste Und diese zwei Minuten verändern oft mehr als zwei Stunden hektisches Handeln.

00:39:40: Oh,

00:39:40: wirklich eine gute Übung!

00:39:43: Echt schöner Heck.

00:39:45: Ja den... also Wertschätzung beginnt halt manchmal gar nicht bei anderen Menschen.

00:39:50: sie beginnt damit so die eigenen Grenzen wahrzunehmen und sich selber ernst zu nehmen bewusst Entscheidungen zu treffen.

00:39:59: Gefällt mir sehr gut.

00:40:00: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann freuen wir uns sehr wenn ihr Vitamin W auf eurer Lieblings-Podcastplattform abonniert und bewertet.

00:40:10: Genau, wenn ihr auch gerade selbst vielleicht oder auch als Organisation vor Veränderungen steht.

00:40:19: schaut gerne mal bei uns auf LinkedIn oder auf der Website vorbei.

00:40:24: mit unserem Zukunftsparring begleiten wir nämlich Menschen und Unternehmen genau in solchen Übergängen Und manchmal braucht es ja gar keine neue Route, sondern jemanden der einem hilft den eigenen Kompass wiederzufinden.

00:40:41: Vielen lieben Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge von Vitamin

00:40:48: W!

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